Vorfahren Dross

Von Mumus Vorfahren väterlicherseits wissen wir nicht so viel wie von der mütterlichen Linie, da von den Kloevekorns der lange Stammbaum existiert.

Mumus Großvater Gottfried Wilhelm Walter Dross wurde am 24.1.1851 als Arztsohn  geboren. Er hat das Gut Freiwalde bei Elbing gekauft, das neben Cadinen, einem Gut des Kaisers, lag (siehe hierzu auch Nr. 2 auf der Karte von Ostpreußen).


Postkarte vom Gut Freiwalde

Gemälde vom Gut Freiwalde

Er war sehr vermögend und besaß außer Freiwalde noch die Mühle und Ziegelei Kupferhammer (Fotos siehe hier und siehe ebenfalls Nr. 2 auf der Karte von Ostpreußen), sowie Häuser in Elbing. Zur Geschichte des Guts Freiwalde und der Mühle und Ziegelei Kupferhammer gibt es interessante Dokumente im Internet (siehe hier für Freiwalde und hier für Kupferhammer) - heute stehen auf dem Gelände des Guts Freiwalde Plattenbauten der Stadt Elbing.

Walter Dross hat  über seine Verhältnisse gelebt und sich wegen großer Schulden am 14.12.1909 auf einem seiner Felder erschossen. In dem offiziellen Stammbaum wird von einem Jagdunfall gesprochen, aber in einer damaligen Zeitung finden sich folgende Berichte:


Mumus Großmutter Wilhelmine Elsbeth, geb. Gerdes wurde am 14.11.1853 geboren und starb am 14.8.1880, 2 Monate nach der Geburt von Mumus Vaters, der ihr 3.Kind war. Der Erstgeborene Werner ist vor dem 1. Weltkrieg nach USA ausgewandert, hat dort gut verdient und ist 1922 gestorben. Die ältere Schwester unseres Großvaters, Frieda, war verheiratet mit einem „Hallodri Herrn Schwaarck“ (Mumu), Gutsbesitzer in Deutsch-Krottingen bei Memel, deren 3 Kinder nach dem Tod von Frieda 1914 viel herumgestoßen wurden und oft in Kulsen waren. Einer war Fritz, den wir noch kennen als „Onkel Fritz mit der langen Zipfelmütz“.

Walter Dross heiratete dann in zweiter Ehe die Arzttochter Auguste, geb. Kaehler vom Gut Wogenap bei Elbing (siehe Nr. 2 auf der Karte von Ostpreußen). Sie war eine Schwester von Mumus Großmutter Kloevekorn. Es gibt ein Foto von dieser „strengen harten Frau“ (Mumu) mit zwei Söhnen.


Auguste Dross geb. Kaehler mit zwei Söhnen

Es wurden insgesamt 6 Kinder geboren. Ein Sohn ist im 1.Weltkrieg gefallen und ein anderer ist 1945 in Königsberg verschollen. Von drei Söhnen gibt es noch ein Jugendfoto.


Bernhard Gerhard Helmut Dross 1903

Erwähnt werden soll „Onkel Robert“, ein Landwirt und Gutsverwalter, der von Mumu und ihren Geschwistern sehr geliebt wurde, viel in Kulsen war und nach der Flucht in Hannover lebte. Und erwähnt werden sollen auch „Tante Marianne und Onkel Fritz“  Bartels (Jurist, „der Rote“, zweiter Bügermeister von Elbing, der von den Nazis abgesetzt wurde, nach Haldensleben ging, dort als Rechtsanwalt tätig war).


Fritz und Marianne Bartels geb. Dross

Von Tante Marianne stammen die Portraits von den Theologen-Vorfahren aus Königsberg (die bei Renate sind, siehe hier) und einige schöne alte Tassen. Unsere Kusine Annegret hat viel von ihr geerbt. Und dann gibt es noch „Onkel Gerhard“, der vor den Nazis geflohen ist nach USA und als Buchhändler eine Anstellung in der Bibliothek der Cornell University in Ithaca erhielt. Er hat in den 70iger Jahren einen Deutschlandbesuch gemacht und alle waren beeindruckt von der Familienähnlichkeit (siehe hier).

Nach dem Suicid seines Vaters Walter Dross mußte sich Mumus Vater Erich Dross um alles kümmern, „alles wurde auf ihn abgewälzt“ (Mumu). Auguste Dross, geb. Kaehler, seine Stiefmutter, war nach Aussage von Mutti eine sehr strenge harte Frau.

Auszug aus einem Brief von Mumus Mutter Anna Kloevekorn: „Zum Dank für Erichs aufopfernde selbstlose Arbeit nach Schwiegervaters Tod hat Mutter ihn kürzlich in einem 24 Seiten langen Brief aufs Tiefste gekränkt, durch Vorwürfe und Schmähungen ihn abgekanzelt wie einen dummen Jungen, aber nicht wie einen Mann von 34 Jahren, der stets durch sein Verhalten Achtung und Anerkennung erworben hat …. Erich hat sich sehr verletzt gefühlt durch diese niederträchtige Art …. Es wird dauern, ehe unser Haus ihr wieder offen steht.“

Auguste Dross hatte später eine Pension am „Inneren Mühlendamm“ in Elbing, in der Mumu wohl in ihrer Schulzeit auch gelebt hat.

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