Vorfahren Kloevekorn

Die Familie Kloevekorn stammt aus Osnabrück, wie aus dem sich über viele Jahrhunderte erstreckenden Stammbaum ersichtlich ist. Er geht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Es existieren alte Dokumente, die in Original und Abschrift vorhanden sind (siehe auch das Kapitel Stammbaum).

Über viele Generationen waren sie neben vielen anderen Berufen auch Mühlenherren.


Osnabrück Mühle

Über den Verkauf einer Wiese der Kloevekornmühle gibt es ein Dokument von 1341 (siehe hier). Außerdem gibt es historische Stadtpläne von Osnabrück auf denen die Lage der Mühle ersichtlich ist (siehe hier).


Gedenktafel

Noch heute gibt es eine Gedenktafel, die am Pernickelturm (15. Jahrhundert) angebracht ist, wo noch ältere Mühlengebäude stehen. Sie erinnert an den Schutzbrief durch Kaiser Ferdinand II 1645 für Tewes Klövekorn. In einem Osnabrück-Führer habe ich Folgendes gefunden: „An der Pernickelmühle lebte im späten Mittelalter ein Müller, der von den Hexenverfolgungen in der Stadt nichts hielt und Frauen, die als Hexen verfolgt wurden, bei sich aufnahm. Der Rat der Stadt Osnabrück war machtlos, denn die Mühlen an der Hase unterstanden dem Bischof.“ Vielleicht war das einer unserer Vorfahren?

2002 haben wir Gebhardt-Kinder mit Mumu, die noch nie in Osnabrück gewesen war, einen Wochenendausflug dorthin gemacht. Es gibt einige Fotos bei der Mühle (siehe hier).

Ein Vorfahr lebte 1442 in der Heger Straße, heute die Straße der Galerien und Kneipen, ein anderer 1670 als Kaufmann in der Hasestraße, der mittelalterlichen Hauptstraße. Und 1478 war ein Kloevekorn Prior des Klosters der Dominikaner, von dem nur noch die Kirche erhalten ist.

Unter den Vorfahren gibt es Organisten, so z.B. 1708 einen Kloevekorn an der Pfarrkirche St.Katharinen, einem gotischen Bau aus dem 14. und 15. Jahrhundert, und 1743 an der Marienkirche, der bis ins 9. Jahrhundert zurückreichenden Hauptkirche der Stadt.

Auffallend ist, dass es relativ viele Hochzeiten unter Verwandten gab. Und es gab viele Kindstode, was damals wohl eher das Schicksal vieler war.

Das Folgende ist aus Erinnerungen von Mumu zusammengestellt und durch Daten aus dem Stammbaum ergänzt.

Mumus Großvater Johann Gerhard  Heinrich Kloevekorn, geb. 2.2.1839, war das 5. von 7 Kindern, die alle zwischen 1831 und 1844 in Osnabrück geboren wurden. 4 Geschwister starben sehr früh. Er war Jurist und stotterte. Von ihm gibt es eine schöne Zeichnung von 1904, die seine Schwiegertochter gemacht hat.


Zeichnung von Heinrich Kloevekorn

Rückseite der Zeichnung

Er hat wohl vor 1870/80 das Gut Klein-Haferbeck bei Uderwangen gekauft (siehe hierzu Postkarte und auch Nr. 1 auf der Karte von Ostpreußen, sowie hier einiges aus dem Internet zur Geschichte von Klein-Haferbeck), das er später seinem Sohn Eberhard übergeben hat, der die anderen Geschwister auszahlen mußte. Aus diesem Geld hat Mumu 1938 zur Hochzeit 3.000,- Mark bekommen, davon wurden Schlafzimmer und Sitzgarnitur gekauft. Nach dem Krieg erhielt sie noch einmal 350,- Mark, dafür wurden goldene Manschettenknöpfe für Papi angefertigt (sind bei Pimi). Heinrich Kloevekorn lebte später als Pensionär in Berlin-Steglitz und ist dort am 4.5.1927  verstorben.

Sein ältester Bruder Justus war königlicher Baurat in Bromberg, seine Schwester Wilhelmine war mit Clemens Buff verheiratet, einem Kaufmann und Cigarrenfabrikanten aus Osnabrück. Ihre Tochter Helene wurde Muttis Patentante. Von ihr stammt das Besteck mit dem Monogramm HB.

Mumus Großmutter Sophie Frederike Ottilie geb. Kaehler, geb. 4.6.1846, stammte vom Nachbargut Wogenap, das ihr Vater, ein Arzt, gekauft hatte. Sie starb am 11.6.1885 14 Tage nach der Geburt ihres 12. Kindes Helmut, dem Mann von Tante Dorle.

Von den den 11 Geschwistern von Anna, der Mutter von Mumu, von denen drei gleich nach der Geburt oder im ersten Lebensjahr starben, ist Folgendes bekannt (Stammbaum und Erinnerungen von Mumu):

1. Heinrich geb. 24.12.1868, war Studienrat in Plön auf der Prinzenschule und dann Schulrat in Köln.

3. Bernhard geb. 1.10.1871, war Landwirt und hatte das kleine Anwesen Brosowen. Er war verheiratet mit Grete Norgall und hatte 3 Kinder, darunter der „schreckliche Eberhard“ (O-Ton Tante Dorle), der von seinem Onkel Wilhelm (s.7.) adoptiert wurde.

4. Gertrud geb. 23.9.1872, war verheiratet mit dem Gutsbesitzer Max Funck aus Deutsch-Crottingen, ihre Tochter Trudel heiratete einen Kloevekorn.

5. Ernst geb. 15.12.1873, lebte in Schoenwalde und Ziegenhals als Kaufmann.

7. Wilhelm geb. 28.5.1885, war Ingenieur bei der Reichsbahn, hat in China Bahnen gebaut und war am Bau der berühmten Bagdadbahn beteiligt. Er war mit seiner Kusine Margarethe (genannt Marete) Kaehler verheiratet. Sie lebten kinderlos in Halle und adoptierten Eberhard, den Sohn von Bruder Bernhard. Wilhelm war Jäger und besaß ein Jagdhaus in der Heide, wo sich nach der Flucht aus Ostpreußen viele der Kaehlers und Kloevekorns im „Kloevekornschen Altersheim“ erst einmal einfanden.

8. Marie-Anna geb. 6.8.1878, war ledige Lehrerin in Zülichau, hat von dort aus die Flucht angetreten und lebte dann bei Wilhelm und Marete in der Heide. Von ihr gibt es ein eindrucksvolles Foto.


Marie-Anna Kloevekorn

9. Eberhard geb. 2.4.1880, war verheiratet „mit einer Mesalliance aus Königsberg“ (Mumu). Er hat  das Gut Klein-Haferbeck von seinem Vater übernommen. Als er mal einen Puff in Königsberg besucht hat, stand das in der Presse unter „Bei Lottchen und Charlottchen im Nachtquartier“ - daran erinnerte Mumu sich ganz genau!

11. Anna, unsere Großmutter, 3.1.1884 – 15.1.1919

12. Helmut geb. 28.5.1885, war Kaufmann und Prokurist der Deutschen Bank in Konstantinopel, wo er mit seiner Frau Dorothea Kohlhammer aus Heidelberg (Tante Dorle, geb. 5.9.1887) bis zum 1. Weltkrieg gelebt hat. Vom jungen Paar in Konstantinopel existiert ein schönes Foto.


Tante Dorle und Helmut Kloevekorn 1911

Er ist am 29.7.1916  an der Somme gefallen. Sie haben eine Tochter Helmtraut, die am 20.12.1914 geboren wurde und lange Jahre wie eine gleichaltrige Schwester für Mumu war.

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